• Koordination des Ehrenamtes für Flüchtlingshilfe im Flecken Langwedel

    Jeden Dienstag von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr findet im Jugendtreff, Suhrfeldstr. 5 in Langwedel die Beratung sowie die Begleitung von ehrenamtlich Tätigen statt.

    Di, 21.08.2018, 10:00 Uhr - 12:00 Uhr

  • Sprechstunde für Flüchtlinge

    Offene Sprechstunde in Flüchtlingsfragen für ehrenamtlich Engagierte und interessierte Bürgerinnen und Bürger von 13.00 bis 14.00 Uhr im Rathaus Langwedel, Erdgeschoss, Zimmer 19, durch den Caritasverband

    Di, 21.08.2018, 13:00 Uhr - 14:00 Uhr

Marina Abramovic - Magie und Macht der Performance

Marina Abramovic ist wohl die bedeutendste lebende Vertreterin der Performance-Kunst. Fast zeitgleich mit ihrer großen Retrospektive in Bonn, wird auf www.kunoweb.de ihr Werk online gezeigt mit Videos, Fotos, Interviews und Selbstdarstellungen.

Veranstaltungsort
Langwedel - Etelsen
www.kunoweb.de

Veranstalter
Kultur im Norden - KUNO e.V.

Kontaktadresse
Paul Kroker
Etelser Str. 17B
27299 Langwedel
04235 92829
kulturimnorden@gmail.com
https://www.kunoweb.de

Termine
Fr, 27.04.2018 - Sa, 28.07.2018

Veranstaltungsart
Ausstellungen

Marina Abramovic ist wohl die bedeutendste lebende Vertreterin einer Kunst, die die wenigsten aus eigener Anschauung kennen. Obwohl ihre New Yorker Massenaktion „The Artist Is Present“ vor ein paar Jahren ein Publikum von Hunderttausenden fand und Zehntausende direkt dabei mitmachten.
Ihre Kunst ist die Performance und das ist nach den Worten der Künstlerin eine „mentale und physische Konstruktion“ gemeinsam mit dem Publikum, zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort. Ohne Proben oder Wiederholungen. Alles in Echtzeit.
Eine Reperformance, die es immer gab, ist zwar eine Wiederaufführung, eine Neuinszenierung, jedoch jenseits aller Fiktion. Denn, so Marina Abramovic, „bei der Performance ist das Messer ein Messer und Blut wirklich Blut“. Also kein Kino oder Theater.
Und das kann man ihr getrost glauben, wenn man erlebt, wie sie mit Rasierklingen einen fünfzackigen Stern in ihre Bauchdecke einritzt. Dabei kennt und zeigt sie keinerlei Angst oder Schmerz. Solche Performances kosten enorme Konzentration und Disziplin, nutzen aber zugleich dafür, persönliches Leid und Leiden zu überwinden. Die Energie, die dabei freigesetzt wird, versucht die Künstlerin an das Publikum weiterzugeben: „Ich befreie mich von Ängsten und bin zugleich ein Spiegel: Was ich an mir und für mich selbst tun kann, kannst auch du schaffen.“
Dass das funktioniert, hat sich weniger körperlich und brutal, jedoch seelisch, psychisch deutlich 2010 in New York gezeigt, an den Reaktionen der 170.000, die der Performerin gegenübersaßen und nichts weiter taten, als ihr minutenlang schweigend in die Augen zu blicken. Die Kommunikation der Blicke wirkte auf beiden Seiten sichtlich tief berührend, viele Gesichter waren tränenüberströmt. All dies vor den Augen der vielen Zuschauenden und der auf ihren Turnus Wartenden im Museum of Modern Art. Kunst war hier ganz konkret und für alle erfahrbar.
Kultur im Norden – KUNO möchte, wie immer online, diese faszinierende Künstlerpersönlichkeit Marina Abramovic vorstellen. Denn die 71jährige Serbin, die in Belgrad als Tochter einer Partisanen- und Offiziersfamilie aufwuchs, reist mit immer neuen Projekten um die ganze Welt. Am 20. April ist sie in der Bundeskunsthalle in Bonn mit ihrer großen europäischen Retrospektive „The Cleaner“. Und 2020 will sie sich in London an der Royal Academy mit einer Million Volt unter Strom setzen sowie in München die Oper „Seven Deaths“, die sie über 40 Jahre beschäftigt, auf die Bühne bringen. Und sie denkt auch über den eigenen Tod intensiv nach, den sie ein „Erwachen“ nennt. Für ihr dreifaches (!) Begräbnis in Belgrad, New York und Amsterdam hat sie bereits vorgesorgt als ein großes Fest der Freude.
Einen Einblick in ihr radikales, entgrenzendes, natürlich nicht unumstrittenes, doch „außerordentlich beeindruckendes Lebenswerk“ (Karlheinz Schmid) gibt KUNO anhand ausgewählter Videos, Fotos, Interviews und Selbstdarstellungen nicht nur zu Performances wie „The Artist Is Present“, sondern auch zu Arbeiten aus den Anfängen der 1970er wie „Rhythm 0“ in Neapel. Oder zu ihrem 2500 km langen Marsch auf der Chinesischen Mauer 1989, „einem Wendepunkt in meiner Karriere“. Das kann man auch sehr gut in dem Video „Embracing Fashion“ erleben. Und dann die Filmaufnahmen „Seven Easy Pieces“ mit Stücken auch anderer Performer wie z.B. Joseph Beuys, die Abramovic 2005 im New Yorker Guggenheim nach- und neuperformt. Ihr eigenes „Lips of Thomas“ ist geradezu emblematisch für ihre Performance-Kunst, der die Künstlerin in ihrer Autobiografie eine große „transformative Kraft“ nachsagt.
Ein reichhaltiges Ausstellungsangebot also, das nicht zuletzt zu einem Abstecher in die Bonner Bundeskunsthalle einladen will. Und auch Fragen aufgreift, die in solchen Zusammenhängen gern gestellt werden, oft recht polemisch wie: Ist das noch Kunst? Darauf aber nur zu entgegnen: Was denn anderes?! – das ist zwar richtig, bringt aber wenig und nicht weiter.
Mehr dann vielleicht ein Besuch der Ausstellungen und die persönliche Auseinandersetzung mit Bildern und Texten. Auf kunoweb.de kann man ab Ende April darauf Antworten suchen. Zudem auf dem Webinar am 28. Juni, wozu das ZAWiW der Uni Ulm, die Seniorenorganisation ViLE und der Kulturverein KUNO noch gesondert einladen.
Und noch eins: bei allen Fragen und Problemen, mit denen sich Kunst notwendig beschäftigt, will sie immer auch, vielleicht nicht gleich und unmittelbar verständlich, auf intelligente Weise zur „Vergnügung“ beitragen, wie Bertolt Brecht das nannte.
 

Kontakt

Große Straße 1
27299 Langwedel

04232 - 39 0
rathaus@langwedel.de

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